Chronik

Die Gründung der Narren- und Piratengarde Vicht Anfang des Jahres 2000 ist der Initiative von Brunhilde-Helen Stoll zu verdanken. Aus Baden-Württemberg zurück gekehrt, wo sie elf Jahre als Trainerin tätig gewesen war und mit ihrer dortigen Showtanzgruppe erfolgreich an BDK Tanzsportturnieren teilgenommen hatte, wollte sie sich nun auch in ihrer alten und neuen Heimat Vicht ihren Traum von qualifiziertem Tanzsport mit Kindern und Jugendlichen erfüllen. Die tänzerischen und choreographischen Qualifikationen waren bei ihr aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen als Trainerin und als ehemaliges Tanzmariechen hinreichend vorhanden. Mit Unterstützung von Vera Heidbüchel gründete Brunhilde-Helen Stoll die Narren- und Piratengarde 2000 Vicht e. V. als Tanzsportverein für karnevalistische Tänze.

In kürzester Zeit wurde der Verein mit anfangs 33 Mitgliedern gegründet. Schnell fanden sich Tänzer und Tänzerinnen für eine große Garde wie auch für eine Kindertanzgruppe zusammen. Auch einige Mütter ließen sich, begeistert von den Ideen, kurzerhand zu tanzenden Piratenfrauen animieren, die „Alles im Griff“ haben; die Väter zogen als Piraten mit zu den Auftritten.

Piratenkostüme wurden angeschafft oder auch in Eigenarbeit erstellt, Tänze einstudiert und für die Umzüge sogar ein eigenes Schiff gebaut. Gesucht und zum Glück auch recht schnell gefunden wurden nicht nur Sponsoren, die dem jungen Verein finanziell unter die Arme griffen, sondern auch weitere Vereine, die den Narren und Piraten die Möglichkeit gaben, sich auf Veranstaltungen und in Umzügen zu präsentieren.

Unter der Devise „Einer für alle und alle für einen“ wurde das Lied „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang … wir halten zusammen … !“ zum Vereinslied auserkoren, als Einmarschmusik ausgewählt, in Geselligkeit gesungen und Erfolge damit gefeiert.

Nicht zuletzt dem tatkräftigen Einsatz vieler einzelner Personen war es auch zu verdanken, dass die Mitgliederzahl nach der ersten Session bereits auf über 70 anstieg. Für die Session 2001/02 wurden neben den beiden Gardetänzen bereits zwei Showtänze einstudiert. Die Kinder gewährten mit ihrem Tanz einen fröhlichen Einblick in das bunte Leben „Unter dem Meer“; der große Showtanz setzte als „Arielle die Meerjungfrau“ den ersten Höhepunkt in der gerade erst begonnenen Vereinsgeschichte. Desiree Fuß, bislang aktiv in der kleinen Tanzgruppe, wurde Kindertanzmariechen und Nicole Thieme konnte neu als großes Mariechen für den Verein gewonnen werden. Beide begeisterten von Anfang an mit ihrem Können und ihren temperamentvollen Darbietungen.

Um dem Namen „Narren- und Piratengarde“ gerecht zu werden, den man gewählt hatte, um einerseits den karnevalistischen Bereich abzudecken „Narren“, andererseits aber auch ein junges, fetziges Element zum Ausdruck zu bringen „Piraten“, wurde in dieser Session die Narrengruppe gegründet. Selbstverständlich studierten die hierzu gehörenden fünf Frauen, von denen jede ihr Kostüm selbst entworfen hat, auch einen Tanz ein.

Großen Wert legt die Narren- und Piratengarde darauf, dass sie für den ansässigen Karnevalsverein keine Konkurrenz darstellen möchte. Aus diesem Grund werden während der Fünften Jahreszeit keine karnevalistischen Veranstaltungen von der Narren- und Piratengarde durchgeführt. Die Resonanz auf die erste Session war jedoch so groß, dass man sich zu Beginn der Session 2001/02 bereits daran wagte, ein Oktoberfest zu organisieren. Ein voller Erfolg! Nachmittags feierten die Kinder und nach einer Stärkung mit typischem Oktoberfestessen ging es nahtlos in das Abendprogramm für die Erwachsenen über.

Nach der Session ist vor der Session. Schnell standen für die Trainerin die neuen Themen der beiden Showtänze fest. Neben den beiden Mariechen, den beiden Garden und den „Narren“ präsentierten sich die Kinder 2002/03 als „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Der große Showtanz brachte den „Dschungel“ auf die Bühne, wobei man auch hier wieder bei den Kostümen auf bunte Vielfalt geachtet hatte.

In einem Wartezimmer fiel der Blick von Brunhilde Stoll auf ein Plakat, das die Kinder verschiedener Nationen der Welt darstellt. Ein kurzer Gedanke, ein Schauer über den Rücken und die Session 2003/2004 konnte starten. Genau dieses Gefühl gaben „Alle Kinder dieser Erde“, die für den Frieden in der Welt tanzten, an die Zuschauer weiter. 15 Kinder stellten 14 verschiedene Nationen vor und begeisterten von Anfang an ihr Publikum mit einer immerhin zwölf minütigen Darbietung.

Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Auftritt auf dem eigenen Oktoberfest traf der aufwändige Federkopfschmuck ein, mit dem sich die Tänzer und Tänzerinnen des großen Showtanzes „Indian Exotic“ schmückten.

So blieb der einzige Rückschlag, den der inzwischen erfolgreiche Verein hinnehmen musste, der Ausfall von Nicole Thieme als großes Tanzmariechen aus gesundheitlichen Gründen.

Einen weiteren großen Schritt nach vorn machte man zu Beginn der Session 2004/05. Der Verein wuchs in der Zwischenzeit auf 112 Mitglieder an, von denen 62 als Aktive tätig sind. Ungeachtet des inzwischen neu einstudierten Kinder-Showtanzes „Die Bunte Zirkuswelt“ mit 22 Tänzerinnen riss die Nachfrage nach dem Tanz „Alle Kinder dieser Erde“ nicht ab, da dieser Tanz nach wie vor die Herzen berührt und immer noch unter die Haut geht. Statt sich jedoch auf diesem Erfolg auszuruhen, wurden neben neu einzustudierenden Tänzen der bereits bestehenden Gruppen und Garden zwei weitere Gruppen ins Leben gerufen. Drei kleine Bambini-Mädchen eroberten die Herzen der Zuschauer als „Harlekins“ im Sturm und auch die schon länger geborene Idee eines Männerballetts konnte endlich erfolgreich in die Tat umgesetzt werden. So hatte man in der nunmehr fünften Session ein sehr beachtliches Repertoire von neun Tänzen einstudiert, die während der Session dargeboten werden konnten.

Mit tänzerischen Darbietungen nahm man von Anfang an erfolgreich an Turnieren teil. Trotz dieses Erfolgs hat der Verein sein Konzept, durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen diesen ein gemeinsames Ziel zu setzen, nicht aus den Augen verloren.

Dennoch legt man nicht nur auf die tänzerischen Darbietungen bei den Narren und Piraten Wert. Im jährlichen vereinsinternen Terminplan fest eingeplant sind am Rosenmontag das Piratenfrühstück, im Frühjahr ein Campingwochenende, bei dem die Kinder im Vordergrund stehen, im Herbst das inzwischen all-jährliche und sehr gut besuchte Oktoberfest sowie die Weihnachtsfeier, bei der natürlich der Nikolaus nicht fehlen darf. Zum Programm gehört auch der Besuch der katholischen Frauen beim Altennachmittag.

Viele fleißige Hände freuen sich nicht nur über den Erfolg, den man sich in so unerwartet kurzer Zeit bereits erarbeitet hat, sondern auch auf die Gelegenheiten, die vielen Ideen, die man noch hat und die immer wieder neu entstehen, in die Tat umzusetzen.

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